Sonntag, 18. Dezember 2016

Shooopping :D

Jaaaa....ich bin am aufholen. Aber durch meine Heimfahrt und noch Stromausfall hatte ich die letzten Tage nicht die beste Möglichkeit zum Blog schreiben gehabt. Hoffe die nächsten Tage kommt nichts dazwischen...aber jetzt ertsmal zum nächsten Eintrag.

Wie manche seehr gut wissen bin ich auch ein kleiner Shopaholic.....besonders wenn es um Schuhe, Obst und Schokolade geht. Es gibt hier in Kenia verschiedenste Möglichkeiten um einzukaufen.

Matatu-Shopping

Meine Lieblingsvariante. Meist sitzt man nämlich noch etwas in den Matatus und wartet bis diese voll sind - besonders wenn man ein leeres erwischt hat kann das auch Stunden dauern. Außerhalb der Matatus gibt es dann viele Leute die mit Körben voller Essen und Snacks, Sandalen, Uhren, Sonnenbrillen, Getränken und und und....vorbeilaufen und versuchen dir was zu verkaufen. Meistens kommen sie mit einem " Kssss" an um deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch wenn es manchmal etwas nervig ist findet man doch schöne Sachen und man kann meist einen sehr guten Preis raushandeln. Auf langen Fahrten kauf ich mir zum Beispiel bei einem Zwischenhalt oft Simsim. Das sind kleine Kugeln aus Honig und Sesam - seehr lecker. Aber ich hab auch schon Sandalen oder eine Calvin-Klein Uhr mitgenommen - alles Orginale versteht sich ;).

Es ist aufjedenfall eine gute Variante um seine Zeit rumzubekommen.


Little Shops
Hier bekommt man alles was man braucht. Von Toast, zu Seife bis hin zu Handyguthaben. Die Shops findet man fast überall und sie haben 7 Tage die Woche geöffnet. Wenn man Glück hat haben sie sogar Mandazi :D

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Markt - die günstigste Variante
In jeder noch so kleinen Stadt ( Dorf)  findet man einen kleinen Markt auf dem es Gemüse, Obst, Klamotten und  weiteres Lebensnotwendiges findet. Während man eine kleine Auswahl an Obst und Gemüse fast jeden Tag findet, gibt es Klamotten und andere Dinge meist nur an 1-2 Tagen in der Woche.

Die Klamotten sind übrigens größtenteils gebraucht und man wühlt sich dann durch die riesen Haufen und findet eigentlich immer was schönes. Umgerechnet kostet ein Teil ca. 1 Euro.

Insgesamt gibt es zwar einen ungefähren Preis auf dem Markt aber meistens versuchen die Händler gerade bei "weißen" Leuten mehr zu bekommen. Deshalb sollte man immer versuchen etwas zu handeln ;)

Einer der größten und bekanntesten Märkte ist der Kibuye Markt in Kisumu. Hier bekommt man wirklich alles was man zum leben braucht.

Es gibt die Stoffabteilung, die Klamottenabteilung, Obst und Gemüse, die Kohle-Abteilung und die Eisenwarenabteilung. Trotzdem kann es vorkommen dass ein Klamottenstand Tomaten mit verkauft. Es ist einfach alles bunt und von jeder Ecke kommt ein anderer Geruch. Mal Fisch, dann ein paar Meter weiter macht jemand Chapatis und wieder ein paar Meter weiter kommt einem der Geruch von Plastik oder gerade ausgepackten Klamotten oder Schuhen entgegen. Sonntags ist der Markt voll mit Ständen und man wird eher durchgeschoben. Aber trotzdem kann man hinter jeder Ecke und in jeder kleinen Gasse etwas entdecken.

Auf dem Markt finden sich außerdem Schreiner, Schneider( innen), Schweißer und noch viele weitere Handwerker. Bei ihnen kann man entweder etwas direkt kaufen oder auch in Auftrag geben.

Nach dem Kibuyemarkt bin ich immer etwas kaputt, da es wirklich anstrengend ist sich da manchmal durchzuwurschteln und die Hitze macht es auch nicht besser. Aber wenn ich meine Kamera mithabe komme ich mit mindestens 20 neuen Fotos wieder - weil es einfach soooo viele schöne Dinge zu sehen gibt. Deshalb gibt's jetzt eine kleine Fotostrecke für euch ;)












Und jetzt die letzte Kategorie: Supermarkt

Was Supermärkte angeht muss man nochmal unterscheiden. Es gibt die kleineren, wo man auch eher eine "kleine" Auswahl an Sachen findet. Und dann gibt es noch die großen Ketten wie Tuskys, Ukwala und natürlich der gute Nakumatt. Diese Supermärkte sind wie in Deutschland - nur oft mit noch mehr Auswahl. Aber der König der Supermärkte ist Nakumatt.  Denn das ist die Marke wo man wirklich ALLES bekommt - wie in Deutschland real ( " einmal hin alles drin"). Von Obst, richtigem Brot ( nicht nur labbriges Toastzeug) , Käääääse ( sogar Gouda, Emmentaler,Roquefort  und sowas - nur richtig teuer), einigermaßen guter Schokolade bis hin zu Kühlschränken, Musikanlagen, Pokale ( Simon wollte es unbedingt mit drin haben -.-) Fitnessgeräten, Safes und und und.....Wenn man das Geld hat kann man wirklich alles haben....aber ich muss sagen ich kaufe lieber auf dem Markt ein.
Vorallem wird mit einem Besuch dein Bedarf an Plastiktüten gedeckt, weil gefühlt jedes Teil irgendwie extra verpackt wird.

Kleiner trauriger Funfact: Ich habe versucht Obstjoghurt zu finden - musste allerdings feststellen das 9 von 10 Marken in ihrem Obstjoghurt kein Stück Obst haben sondern nur mit Geschmacksmitteln und Lebensmittelfarbe arbeiten. Habe jetzt ein Trinkjoghurt gefunden wo zumindest ein paar Prozent echte Frucht ist - aber das ist natürlich auch etwas teurer. Naja...aber Naturjoghurt tuts auch. Da schneid ích mir lieber echte Mango rein - schmeckt besser und ist billiger ;)


Soweit zum Shoppen...ihr seid jetzt wahrscheinlich alle im Weihnachtsstress und besorgt noch die letzten Geschenke. Das habe ich dieses Jahr nicht sooo sehr...;)

Schönen 4.Advent euch :)

Eure Mirjam

Dienstag, 13. Dezember 2016

Kisumu - Die Stadt am Viktoriasee

So....Türchen Nr. 12 ist an der Reihe :)

Kisumu - die nächstgrößere Stadt in meiner Nähe. Mit dem Matatu dauert es ca. 40 -50 Minuten um dort an der Hauptstation anzukommen.
Man findet hier den berühmten Kibuye Markt, "westliche" Shoppingcenter, Busverbindungen nach ganz Kenia und und und - eine Großstadt eben.

Doch wofür Kisumu sehr bekannt ist, ist Fisch.
Kein Wunder wenn man bedenkt, dass Kisumu direkt am Vikoriasee liegt. ( Googelt mal Kisumu, Viktoriasee - dann seht ihr wo es liegt.)

Der See an sich ist ja riiiiiiesig und Kisumu liegt nur am letzten Zipfel. Trotzdem ist der See für viele Menschen lebensnotwendig. Der Viktoriabarsch und vorallem Omena wird hier gefischt. Omena sind kleine Fische, die man mit Knochen ist. Sie werden in der Sonne getrocknet und meist mit Tobaten und Zwiebeln  zubereitet oder fritiert.
Meins sind sie nicht wirklich, ich bevorzuge den Viktoriabarsch - und den bekommt an jeder Ecke. Mit am besten schmeckt er jedoch direkt am See :)

Jetzt werden sich vielleicht einige denken: Wie schön, da möchte ich am liebsten reinhüpfen. Der erste Grund der euch davon abhalten wird, ist dass das Wasser echt extrem dreckig ist. Der zweite Grund der euch definitiv davon abhalten wird ist, dass es so kleinen liebe Lebewesen in diesem See gibt die in unsere Haut krabbeln und es sich in unserem Körper wohnlich machen - Bilharziose.

Die meisten Anwohner leben damit aber als jemand von außerhalb ist es nicht gerade ratsam es zu riskieren. Man kann zwar zum Doc gehen und die kleinen Mitbewohner durch Tabletten wieder loswerden, aber sobald sie im Körper sind schädigen sie diesen und das Risiko für Krebs oder andere Krankheiten steigt.




Ansonsten findet man zahlreiche andere Fischarten, kleine Krokodile und vorallem Hippos im Viktoriasee. Es gibt auch Touren, allerdings haben wir bis jetzt keine gemacht, weshalb ich euch noch keine Hippo - Bilder zeigen kann.










Was ist noch so los in Kisumu?

Wie in jeder Großstadt gibt es auch hier eine Auswahl an besseren Restaurants ( wir haben sogar Schokotorte und Schwarzwälder Kirsch entdeckt :D), Shoppingcenter, Konzerten und ein paar nette Clubs und Kneipen.

Insgesamt ist Kisumu eine der sicheren Großstädte Kenias - was aber nicht bedeutet, dass man nachts alleine rumlaufen sollte. Es gibt Gebiete, wie die Slums oder enge Gassen, die man auch tagsüber meiden sollte - aber meist kommt man da sowieso nicht hin.


Das Freiwilligen-Projekt in Kisumu:

Auch von Kolping gibt es ein Projekt direkt in Kisumu. Mit der Freiwilligen Sofia verstehe ich mich sehr gut. Sie lebt in der Kirchengemeinde von Kisumu mit drei anderen Pfarrern zusammen in einem Haus und hat dort ihr eigenes Zimmer mit Bad. Wie ich auch, unterrichtet sie an einer katholischen Grundschule in der Nähe und ist auch sehr zufrieden mit ihrem Projekt.


Da ich die letzten Tage auf einem alten Zug mitten durch Kenia verbracht habe und die Internetanbindung recht miserabel war aufgrund vieler Funklöcher konnte ich die letzten Einträge nicht rechtzeitig posten. Aber wie ich gesagt habe - bis zum 24. sind alle Einträge da ;)

Liebe Grüße.....Mirjam

Unser Bauernhof

Türchen Nr. 11

Erstmal einen schönen 3.Advent euch allen :)

Heute gibt's ein paar mehr Bilder und kleine Infos zu unserem kleinen Compound-Bauernhof.

Ich versuche mal aufzuzählen was es alles gibt aber ich bin mir ziemlich sicher ich vergesse den ein oder anderen Mitbewohner. Außerdem gehören nicht alle Tiere auch meiner Familie, sondern manche auch der Großmutter oder den Nachbarn - aber fragt mich nicht wem was gehört :D ;)

Zuallererst mal zu unseren vorrangigen Milchproduzenten unseren zwei Kühen. Zu dieser Familie gehört noch ein Stier und zwei Kälbchen.



(Inzwischen haben wir ein Gehege für die Kühe - das ist jedoch nicht auf den Bildern zu sehen. )

Als nächstes unsere Milchproduzenten 2.0 - Ziegen. Die sind meistens ziemlich am rumzicken aber ansonsten - sobald sie im stall sind ganz ok.












Wem man immer über den Weg läuft sind unsere lieben Hühnchen. Während ich von den Hähnen eher genervt bin , weil sie mich 30 min vor meinem eigentlichen Wecker aufwecken, sind unsere Hühnchen mit ihren Küken lieb anzusehen. Man findet sie überall.....Küche, Wohnzimmer und manchmal auch in unserem Vorzimmer. Naja und manchmal...da findet man sie auch mal auf dem Teller, mit Ugali und Skumawiki.






Ja unsere zwei Katzen, oder eher Schnorrer - wie ich sie bezeichnen würde. Sobald es irgendwo was zu essen gibt kommen die beiden an.

An und für sich sind sie aber keine Katzen zum streicheln und kuscheln, sondern dienen eher dem Zweck Mäuse vom Compound fernzuhalten. Manchmal bekommen die beiden richtig eins rüber gezogen weil sie zum Beispiel in der Küche was geklaut haben, da tun sie mir dann schon etwas leid.

Nun zu unseren Wachhunden. Wir haben ein kleine Hundefamilie bestehend aus Papa, Mama und einem kleinen Zuwachs. Zusammen sind sie selten anzutreffen und auch die Mutter mit ihrem Kleinen trifft man eher nachts an. Sie dienen als Schutz für den Compound und werden auch nicht wirklich beachtet. Wenn es dunkel ist und es gibt kein Licht muss man manchaml echt aufpassen, dass man nicht auf sie drauf steigt....aber naja. Der kleine ist zwar etwas verplant aber mit ihm kann man etwas spielen.  Erziehung in dem Sinne, dass sie auf dich hören findet man übrigens bei den wenigsten Hunden hier.

Was essen die Tiere?

Also was sie definitiv nicht bekommen ist eine Dose wo Hunde oder Katzenfutter drauf steht.
Während die Kühe etwas Heu bekommen und gemütlich grasen, bekommen die Hühner, Katzen und Hunde etwas vom Ugali ab. Manchmal gibt's noch andere Essensreste dazu.





Abschließend kann man sagen, dass hier Tiere eher als Nutztiere anstatt als Haustiere gehalten werden. Ansonsten würden sie nur "unnötig" Geld kosten.


Liebe Grüße aus dem Zug, Mirjam

Sonntag, 11. Dezember 2016

Chapati addicted....

Sorry für die Verspätung.....ich hatte gestern ein paar Probleme mit dem Wlan weshalb ich den Eintrag erst heute posten kann...

Der letzte Eintrag was essen angeht - erstmal:

Wie der Titel vielleicht schon verrät geht es um Chapati ...aber auch anderes "Gebäck".

Erstmal zum allseits beliebten Chapati ....ausgesprochen übrigens " Tschapati"  :D
Jeder liebt es und man könnte es eigentlich 24/7 essen. Es ist ähnlich wie Pfannkuchen nur die Zubereitung und die Menge an Fett ist etwas unterschiedlich.

Zutaten: Wasser, Mehl, neutrales Öl, eine Prise Salz

Zubereitung: Erstmal werden Mehl, Wasser und Salz zu einem Teig verknetet, welcher ein bisschen ruhen muss. Dannach wird der Teig ausgerollt und mit Öl bestrichen. Jetzt faltet man den Teig wieder zusammen und rollt ihn abermals aus. Dann wird er nochmal mit Öl bestrichen und wieder zusammengefaltet und so weiter. Je nachdem wie oft man das macht entstehen umso mehr Schichten - etwas wie Blätterteig. Ist man damit fertig werden kleine Mengen vom Teig genommen und zu Kugeln geformt. Diese rollt man dann kreisförmig aus.

Selbstversuch. War...
naja ganz in Ordnung das erste Mal.
Jetzt geht's ans bruzeln. in einer sehr flachen Pfanne . Diese wird davor ordentlich mit Fett bestrichen. Wenn der Chapati in der Pfanne ist, wird er auf der Oberseite erneut mit Öl eingestrichen. Dannach wird er gewendet und wiederum mit Öl bestrichen.Es ist wichtig ihn oft zu wenden und dabei immer wieder mit Öl und Pinsel anzurücken, damit das Fett richtig schön in den Chapati einziehen kann. Ist er etwas bräunlich gebacken kommt der nächste "rohe" Chapati auf den anderen und die beiden werden zusammen gewendet. Dadurch bekommt der  neue etwas Öl vom "alten" ab.

Wie ihr vielleicht merkt, ist es nicht gerade wenig Arbeit und dafür noch viel Zeit, die so ein Chapati beansprucht aber es lohnt sich.

Gegessen werden sie normalerweise mit Bohnen oder Mungbohnen....aber ich persönlich liebe sie mit Omlet drinnen - das nennt sich dann " rolled egg".

Oder was auch immer geht sind Bananen oder Honig - auch wenn viele Kenianer mit den Augen rollen. Irgendwann braucht man aber etwas Abwechslung finde ich ;)


Neben Chapati gibt es da noch Mandazi.....auch eine Art Fettgebäck. Es ist in der Zubereitung nur in dem Sinne verschieden, das noch etwas Backpulver in den Teig kommt.
Dieser wird dann ausgerollt und in kleine Stückchen geschnitten welche in heißem Fett rausgebacken werden.

Wie Chapati wird Mandazi entweder pur oder mit Tee oder Bohnen gegessen. Ich finde sie ganz gut für den kleinen Hunger zwischen durch - und für umgerechnet 5-10 ct pro Stück sind sie auch - wie Chapati- eine günstige leckere Option.

Jetzt wisst ihr grob über das Essen hier bescheid und wie ich mich ernähre. Für mich war es am Anfang eine kleine Umstellung so fettig zu essen, da ich das aus Deutschland überhaupt nicht gewohnt war.

Es ist übrigens unhöflich in Kenia Essen abzulehnen. Wird dir etwas angeboten musst du probieren - auch wenn du gerade erst gegessen hast.

Und auch von Mengen braucht man keine Angst haben. Es ist immer viel zu viel da und man wird auch jedes Mal wieder ermuntert doch noch mehr zu essen.
Aber irgendwann muss man stopp sagen was die meisten auch verstehen. Du wirst nur desöfteren belächelt weil sie nicht glauben können, dass man von einem Chapati satt sein kann ;)


Soweit von mir....:)

mIrJ

Freitag, 9. Dezember 2016

Essen 2.0

Morgen :)
Sitze mal wieder mit meinem Kaffee an der Bar
und tippe fleißig für euch ein paar Zeilen.

Heute geht es weiter mit Essen; allerdings gibt's davor ein paar grundlegende Dinge, die man in Kenia beachten sollte wenn es ums Essen geht.

"Cook it, boil it, peel it or forget it!"    
Also auf gut deutsch: man sollte nur Dinge essen, die (ab)gekocht sind, frittiert oder geschält sind.
 Vorallem wenn man sich etwas von kleineren Straßenständen etwas holt, sollte man diese Regel beachten. Je nachdem wo man isst kann man vorallem in Touri-Gebieten und teureren Restaurants sich auch mal an einen Salat wagen aber man sollte lieber vorsichtig sein wenn man nicht die nächsten Tage auf der Toilette verbringen möchte...

 So jetzt aber zum Essen selbst. Mit was wird gekocht?

Reis: Neben Ugali eine weitere günstige Variante, die oft gekocht wird. Es macht satt und hat keinen großen Eigengeschmack. Bei uns gibt's Reis meistens pur oder mit Bohnen.

Bohnen: Damit wären wir schon beim nächsten. Bohnen gibt es wie Sand am Meer könnte man sagen. Bei uns im Westen werden sie normalerweise mit nur mit ein paar Gewürzen gekocht während es an der Küste vorallem Bohnen mit Kokosnussoße gibt.

Mais: ....ist ja sozusagen Ugali, wird aber noch anderweitig verwendet. Ein bei vielen besonders beliebtes Gericht ist Nyoyo. Einfach Mais mit Bohnen. Manchmal kommen noch Tomaten oder Zwiebeln dazu. Gegessen wird es mit einer Tasse Schwarztee, damit es nicht so trocken ist.

Fisch: ´Da ich ja in der Nähe des Vikoriasees lebe gibt es da natürlich auch einigermaßen viel Fisch. Vielleicht kennen ja ein paar von euch den Viktoriabarsch. Zubereitet wird Fisch entweder in einer Soße mit Tomaten und Zwiebeln mit Gewürzen oder er wird frittiert. Schmecken tut er aufjedenfall super, nichts geht über frischen Fisch! :)

Fleisch: Bisher gab es nur Rind oder Hühnchen. Rindfleisch wird bei uns Zuhause mit Tomaten  in einer Soße zubereitet. Gewürzt wird mit einer Mischung die man mit Maggi vergleichen könnte. Nicht vom Geschmack sondern eher von der Verwendung - einfach mal rein damit :D. Hühnchen wird selbst geschlachtet. Und da kommt dann auch alles - bis auf die Federn und das Gesicht mit in den Topf und wird gekocht. Selbst am Fuß wird hier noch rumgeknabbert. Dafür schmeckt es aber auch echt lecker - frisch geschlachtet und in der eigenen Soße ( die "ältere" Generation - wie mein Papa- kennt das vielleicht auch noch von Zuhause ;))

( Weiteres) Gemüse: .....findet man eigentlich in fast jedem Essen. Vorallem Toamten und Zwiebeln. Daneben gibt es noch verschiedene Kohlarten sowie Karotten, (Süß)Kartoffeln, Mungbohnen, Knoblauch und  man findet auch so etwas wie Gurken und Salat (allerdings muss man da auch mehr in die Tasche greifen). Zudem gibt es Maniok und Yams  Wurzeln die man mit Kartoffel und Spargel vergleichen kann.
Achja...fast vergessen hätte ich den lieben Butternut - Kürbis. Meine Mama wird jetzt mit den Augen rollen weil davon wahrscheinlich noch mindestens einer bei uns zuhause rumliegt, nachdem ich den angeschafft aber nicht verwendet hatte :D


Obst: Meine persönliche Lieblingskategorie! In Kenia findet man natürlich Ananas, Mango, Papaya, Orangen, Zitrone, Limetten, Wassermelone,  Passionsfrucht und vorallem Bananen. Bananen gibt es in der süßen Variante und auch als Kochbananen  ( mit Tomaten und Zwiebeln angebraten seeeehr sehr lecker - ein bisschen wie eine "bananige" Kartoffel ).
Auch von Orangen gibt es verschiedene Arten. Von süß bis sauer in den Farben gelb bis grün ist alles dabei. Insgesamt sind die Obstsorten, die hier wachsen auch relativ günstig. Nur Kokosnüsse sind bei mir in der Nähe teurer, dagegen an der Küste wieder günstig. Auch Äpfel findet man - allerdings sind die echt teuer wenn man sie mit unseren Preisen vergleicht. Man kann sagen es ist wie bei uns: Importierte Früchte haben ihren Preis - während bei uns in Deutschland Äpfel wachsen und Ananas teuer ist - bekommt man in Kenia Äpfel nur für etwas mehr Geld während eine Ananas nicht so viel kostet. Umgerechnet zahlt man für eine Banane ca. 5- 10 ct, eine Ananas 80 - 100 ct. und  Mangos 20-40 ct. - je nachdem wie gut man verhandelt ;)


Nüsse und Beeren:

Gerade zum knabbern finden sich hier Erdnüsse besonders häufig. Am besten etwas angeröstet und gesalzen. Ansonsten gibt es Cashews, Sesam und Macadamianüsse. Beeren gibt es nicht wirklich außer - Avocados. Wusste ich zuvor auch nicht aber anscheinend gehören Avocados zu Beeren. Naja, aufjedenfall sind die hier - wie zu erwarten sehr lecker und landen auch bei mir des Öfteren in der Einkaufstasche.


Jetzt wisst ihr schon wieder mehr von was ich mich so die ganze Zeit ernähre. Morgen kommt nochmal was zu Mandazi und Chapati - dem Lieblingsessen vieler Freiwilligen.
Wenn ihr erfahren wollt was daran so lecker ist und wie es gemacht wird, dann müsst ihr morgen nochmal reinschauen ;) Und jetzt tschüss....bis zum nächsten Mal :P
Eure Mirjam

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Essen: Ugali und Skumawiki

Türchen Nr. 8

Guten Morgen!
Im Moment sitze ich gerade beim Frühstück und hab vor unserem Schnorchelausflug noch etwas Zeit zum schreiben.

Die nächsten Einträge werden sich hauptsächlich mit Essen beschäftigen- also lest sie am besten nicht hungrig ;)

Bevor hierher kam war ich sehr skeptisch was das Essen angeht. Uns wurde schon erklärt das es oft das Gleiche gibt und ich habe mich schon drauf eingestellt nicht sonderlich viel vom Essen zu erwarten. Aber - wie sooft- muss man es wirklich selbst erleben und sollte sich nicht von irgendwelchen vorherigen Infos beeinflussen lassen.

Denn eigentlich ist Ugali gar nicht so schlimm.
Aber was genau ist eigentlich Ugali oder auf gut deutsch " Maisbrei".

Für die Herstellung wird Mais benötigt. Dieser wird geerntet und die Maiskörner werden vom Kolben entfernt und in der Sonne getrocknet. Danach gibt man sie zum mahlen. Heraus kommt eine Art Pulver oder Mehl , welches allerdings nicht zu fein sein darf.

Zubereitung:

Am besten wird Ugali über dem Feuer oder Kohle zubereitet. In einer Art Wokpfanne aus Eisen wird Wasser zum kochen gebracht.

Sobald das Wasser richtig gut kocht fängt man immer wieder etwas Maismehl hinzuzufügen. Dabei ist es wichtig ständig mit dem Kochlöffel umzurühren damit es nicht unten anbrennt.
Ist es wieder etwas gequollen kommt die nächste Ladung Mehl, solang bis eine breiartige Masse ensteht.

Diese muss jetzt mit dem Holzlöffel oder besser " Ugalistick" richtig " geschlagen" und gerührt werden. Das ist - vorallem bei größeren Mengen- richtig anstrengend. Dadurch sollen jedoch noch kleine Klümpchen zerstört werden.
. Damit der Teig nicht unten anbrennt sollte er ständig in Bewegung sein. Ist er fertig wird er zu einer Art Kugel geformt die im " Wok" liegt.

Jetzt muss es schnell gehen. Man nimmt den Wok und stürzt den Ugali- Klumpen auf den Teller. Ist er dort heile angekommen wird er mit dem Stick noch etwas in Form gebracht - am Ende schaut es aus wie eine Art Kuchen.

Und fertig ist das Ugali.

Beim Essen schneidet man sich dann eine Art " Kuchenstück" heraus und legt es neben sich. Gegessen wird mit den Händen. Jetzt nimmt man sich von seinem Stück immer wieder ein kleineres Stück.  Zuerst knetet man das Ugali etwas in der rechten (!) Hand und je nachdem was es gibt wird es noch zurecht geformt.
Meistens macht man eine Art Kuhle mit der Fleisch und Gemüse aufgenommen werden kann. Gibt es viel Soße formt man sich kleine "Becher" damit man diese vom Teller in den Mund bekommt.


Wie schmeckt Ugali?

Ugali hat keinen richtigen Eigengeschmack, dadurch das keinerlei Gewürze hinzugefügt werden.
 Man könnte es etwas mit Grieß vergleichen.
Den Geschmack erhält man dadurch, dass man es zu Soßen, Fleisch/ Fisch und Gemüse ist. Dadurch wird es auch nie langweilig zu essen.

Man kann auch noch zwischen weißem ( reines Maismehl) und braunem ( Maismehl mit Hirse) unterscheiden. Das braune Ugali ist etwas reichhaltiger und schmeckt minimal anders.

Warum ist man fast jeden Tag das gleiche?

Wie oben schon geschrieben kommt es nicht auf das Ugali sondern eher auf die Beilage an. Desweiteren ist es ein günstiges Essen, das auch satt macht und dem Körper genug Energie verleiht.

Mein Gastbruder zum Beispiel kann fast ein viertel vom ganzen Ugali essen. Anfangs war ich mit einer Portion in der Größe von einem Apfel schon satt. Inzwischen schaff ich auch schon etwas mehr aber noch lang nicht so viel wie meine Gastgeschwister.

Ugali und Skumawiki - Das Hauptessen vieler Kenianer

Skumawiki bedeutet übersetzt " über die Woche". Folglich ist Ugali und Skumawiki ein Essen mit dem man sich günstig unter der Woche ernähren kann. Es ist gesund, macht satt und eigentlich immer im Haus bei uns.

Skumawiki ist eine Art von Grünkohl die mit dem Messer in Streifen geschnitten wird.
Diese werden dann erst in heißem Wasser eingeweicht ( ca. 10-15 min.). Derweil werden Tomaten und Zwiebeln angebraten in Öl. Zum Schluss kommt der Kohl dazu und muss einige Zeit vor sich hin köcheln. Am Ende schaut es aus wie eingekochtes Grünzeug. Etwas Salz dazu und fertig ist es.





Hier gab es noch Fisch dazu: Mein Mini-Klumpen mit Skumawiki


Wer mich kennt weiß, dass ich ein kleiner Gemüse und Grünzeug Fan bin weshalb Skumawiki definitiv zu meiner Lieblingsbeilage gehört!



Leecker....bei den Bildern bekomm ich schon wieder Hunger obwohl ich gerade erst gefrühstückt habe.

Chiemo met!

Aber aufs Essen muss ich noch etwas warten, jetzt geht es erstmal eine Runde schnorcheln!

Sonnige Grüße ,
Mirj



Mittwoch, 7. Dezember 2016

Das Schüler-Lehrer-Verhältnis

Türchen Nr. 7

Soooo...heute kommt der vorerst letzte Eintrag zur Schule. Ich arbeite mich etwas durch die Themen und versuche nicht alles kreuz und quer zu machen....ich hoffe für euch passt das so....und wenn nicht - einfach melden, ihr wisst inzwischen bescheid ! ;)

Das Thema ist heute noch einmal etwas schwieriger und wird sicher die Meinungen spalten. Deshalb bitte ich euch alles zu lesen, nachzudenken und nicht nach den ersten Zeilen ein Urteil zu fällen. Versucht vielleicht manche Dinge nicht in richtig und falsch einzuteilen sondern eher in gut und nicht so gut. Das hat mir geholfen mit manchen Dingen umzugehen und sie teilweise auch nachzuvollziehen.

Jetzt aber erstmal zum Thema selbst.
Wie auch in Deutschland ist der Lehrer die Person die von Schülern respektiert werden muss und der man diesen Respekt auch zeigt. Auch bei uns ordnet man sich je jünger man ist dem Lehrer auch noch mehr unter und hat großen Respekt vor Lehrern ( so war das zumindest noch in meiner Schulzeit so .... inzwischen hat sich auch das bei uns etwas geändert ).
Mit jeder Klasse wird man jedoch selbstständiger und traut sich auch mal den Lehrern zu widersprechen....bis man schließlich nach seinem Abitur mit seinem Lehrer am Biertisch sitzt und über alte Zeiten lacht :D ;)

Aus meinen Erfahrungen kann ich hier nur über die Rolle des Lehrers von der 1. bis zur 8. Klasse in meiner Schule schreiben - haltet das bitte im Hinterkopf.

Beziehung Schüler - Lehrer: Schüler müssen..

....  den Lehrer immer mit Respekt behandeln.
.... Aufgaben die ihnen aufgetragen werden erledigen - sei es aufräumen, Hausaufgaben, Schuhe putzen oder auch Essen holen.
....das was der Lehrer sagt akzeptieren ( hinterfragen ist nicht gerne gesehen)
.....Bestrafungen über sich ergehen lassen - egal welcher Art
 



Beziehung Lehrer- Schüler: Lehrer dürfen..

....Schülern alle Art von Arbeiten aufdrängen ( im Rahmen des Gestzes!!)
....Schüler bestrafen. Von extra Aufgaben, harter körperlicher Arbeit bis hin zu extremen Züchtigungen



Ich verwende hier bewusst das Wort " züchtigen". Das war auch den Lehrern sehr wichtig, dass sie Schüler nicht schlagen. Desweiteren ist es inzwischen gesetzlich verboten Schüler zu " schlagen".

Quelle Duden:

durch Schlagen hart bestrafen
 
Diese Züchtigungen dienen dazu den Schüler zu erniedrigen und dem Körper durch Schmerz aufzuzeigen das er etwas nicht so gemacht hat, wie es gemacht hätte werden sollen.
 
 
Viele von euch werden jetzt wohl mit folgenden Argumenten aufkommen:
 
- es ist gegen die Menschenrechte Menschen jegliche Art von Schmerzen absichtlich und bewusst zuzufügen
- es gibt andere Bestrafungsmethoden - welche in unseren Schulen in Deutschland sehr gut funktionieren
- die Lehrer wollen sich nur besser fühlen und bestätigt werden
- das bringt doch gar nichts, der schmerz ist schnell vergessen
.....etc.
 
Argumente vieler Lehrer hier:
 
- uns bleibt nichts anderes übrig , zuhause werden sie seit sie klein sind gezüchtigt, die Schüler reagieren auf andere Strafen nicht mehr
- inzwischen sind die Schüler es gewohnt und es schmerzt gar nicht mehr so sehr
- die Eltern wollen dass ihre kinder gemacht werden, manche kommen extra dafür in die schule
- deutsche kinder brauchen das nicht, die sind ja brav....unsere kinder sind unartig
 
Meine Erlebnisse:
 
Inzwischen seh ich immer öfter während meiner Zeit an der Schule wie Kinder von Lehrern gezüchtigt werden.
 
Oft kommen die Kinder ins Lehrerzimmer, müssen sich auf den Boden knien oder legen und aufschauen. Der Lehrer / die Lehrerin nimmt einen langen und je nach Härte einen dicken oder dünnen Stock und züchtigt die Kinder während sie ihnen vorsagen was sie falsch gemacht haben. Der Schüler / die Schülerin darf erst aufstehen wenn es der Lehrer / die Lehrerin erlaubt.
 
Im Klassenraum müssen sich die Kinder aufstellen in einer Reihe und ihre Hände nach vorne strecken. Der Lehrer / die Lehrerin geht in der Reihe durch und züchtigt beliebige Kandidaten oder alle. Dies dient oft dazu allgemein seinen Standpunkt zu verstärken mehr zu erhalten.
 
Manchmal züchtigen Lehrer und Lehrerinnen aus weil sie Lust haben jemanden zu züchtigen...einen Grund finden sie immer.
 Zum Beispiel weil ein Heft des Schülers nicht ordentlich genug ist, oder der Schüler zu lange für etwas braucht. Allerdings ist das auch bei jedem Lehrer unterschiedlich!
 
Manche Kinder bekommen nichts zu essen oder müssen harte körperliche Arbeiten verrichten, wie (unnötig) Steine hin und her zu schleppen.
 
 
Um zum Ende zu kommen....es gibt kein Ende. Dieses Thema kann man immer weiter aufrollen da es sehr viele Facetten und Meinungen beinhaltet. Ich habe mal versucht es etwas verständlich zusammenfassend zu ordnen:
 
Es gibt einen hauptsächlichen Unterschied:
 
Die Bestrafung in Deutschland ist eine mentale Bestrafung. Durch extra Arbeit, Zeit die man absitzen muss etc. versucht man so denjenigen zum nachdenken zu bewegen.
 
 
 
Die Bestrafung in Kenia ist eine körperliche Bestrafung. Das heißt dass nur durch körperliche Bestrafung sich auch etwas mental ändern kann.
 
 
Ich glaube nur wenn man sich das verdeutlicht kann man anfangen auch zu verstehen wieso sie manche Dinge machen - auch wenn es aus deutscher Sicht nicht gut erscheint. Das bedeutet nicht dass es der bessere Weg ist aber es ist ein anderer.
 
Was denken die Schüler?

Das ist sehr unterschiedlich, jedoch ist es für die meisten Alltag und selbstverständlich das man durch Züchtigungen bestraft wird. Manchmal kommen Schüler zu mir und wollen dass ich jemanden züchtige, der sie geärgert hat oder etwas schlechtes gesagt hat etc. Obwohl sie wissen dass ich es nicht mache versuchen sie es immer wieder. Es gibt aber auch Schüler die meine Bestrafungsmethoden ( wie zum Beispiel die Pause im Klassenzimmer zu verbringen etc. ) bevorzugen. Ich denke es ist auch vom Lehrer abhängig.
Insgesamt denke ich jedoch das einfach normal ist für die meisten weil sie es auch nicht anders kennen. Sei es von Zuhause oder den Lehrern. Viele sagen auch, sie sind es inzwischen auch gewohnt und es schmerzt weniger als zu Beginn.
 
Was kann man ändern?
 
Wenig. Ich versuche in kleinen Schritten den jüngeren Lehrern aufzuzeigen dass es andere Möglichkeiten gibt die auch funktionieren. Aber man muss sich bewusst sein, dass wir in unserer Entwicklung weiter fortgeschritten sind als Kenia und man auch nicht eine Kultur von heute auf morgen ändern kann. Ich habe die Hoffnung, dass vielleicht ein Teil der nächsten Generation nach neuen Möglichkeiten sucht, aber auch das ist fraglich.
 Was ich persönlich ändern kann ist sie natürlich nicht zu züchtigen und durch andere Bestrafungen den Lehrern aufzuzeigen das auch das funktionieren kann.
 
 
Letztendlich muss sich jeder selbst darüber Gedanken machen und ich kann und will niemanden in eine Richtung zwängen. Seid nur nicht voreingenommen und versucht euch eure eigene Meinung zu bilden!
 
Ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Sicht und Gedanken dazu schreibt und bin sehr offen für Fragen aller Art!
 
Jetzt muss ich aber schlafen...
Also Gute Nacht - Ininde maber :)